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Stadt Eberswalde

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Geschichte

Geschichtliche Entwicklung der Feuerwehr in der Stadt Eberswalde.

Seit dem Jahre 1276 weiß auch die geschriebene Geschichte unserer Heimat von der Stadt an der Finow und Schwärze, Eberswalde und später Neustadt Eberswalde zu berichten. Ihr Werden und Wachsen ist eines der interessantesten Kapitel märkischer Stadtgeschichte. Der Umfang des Stadtgebietes, wie ihn der bekannte Grenzbrief aus dem Jahre 1300 beschreibt, ist heute noch im wesentlichen derselbe; nur die fortschreitende Bebauung hat das Bild innerhalb dieser Grenzen verändert. Ein Teil des schönen Waldgebietes, das sich wie ein grüner Kranz um die Stadt legt, verdankt Eberswalde ihrer Fürsorge. Ihre Bedeutung als mittelalterliche Handelsstadt war eine Folge jenes Befehls des Markgrafen Waldemar, der die Handelsstraße von Niederfinow nach Eberswalde verlegte. Die mit Mauern, Wall und Graben befestigte Stadt nahm sehr schnell einen bedeutsamen Aufschwung und konnte bereits Mitte des 14. Jahrhunderts in den Rat der Brandenburgischen Hansestädte eintreten. Im Januar 1499 traf die Stadt ein schwerer Schlag. Beim Malzdörren war in der Oberstadt ein Brand entstanden und binnen zwei Tage lag die ganze Stadt mit Ausnahme der beiden kurfürstlichen Häuser, des Rathauses und der Kirche - in Schutt und Asche.

Es gibt wenige märkische Städte, die in der älteren Zeit nicht wenigstens einmal durch Brand so gut wie völlig vernichtet sind. Die Häuser waren damals noch durchgängig aus Fachwerk, und die Fundamentierung hatte man sich sehr einfach gemacht. Selbst die Schornsteine waren aus Holz, deshalb verordnete auch der Große Kurfürst bei dem Wiederaufbau der Siedlung nach dem 30-jährigen Krieg vor allem, das Neubauten nur massive Schornsteine haben sollten und die alten Häuser die Holzschornsteine möglichst durch Steinschornsteine ersetzen sollten, um die Feuergefährlichkeit einzudämmen. Die erste gesetzliche Grundlage zur Regelung aller Feuerlöschfragen schuf die:


Königliche Preußische "FEUER ORDNUNG" in den Städten
Anno 1719


Diese Feuer-Ordnung, die auch in Eberswalde publiziert wurde, gliedert sich in drei teile und 58 Einzelparagraphen. Sie erördert in umständlicher Weise:

1.Von der Abschaffung dessen was zu schädlichen Feuers -

brünsten Anlaß geben Könnte.

2.Wie man sich "bey" entstandener Feuersbrunst zu verhalten

und

3.Was nach gelöschtem Feuer zu "thun".

Zur Verhinderung von Bränden wurde zunächst eine viermalige Feuerrevision im Jahr ( zu Weihnachten, Ostern, Johanni und Michelis) durch die Stadtbehörden angeordnet.

Auf diese Feuer-Ordnung sind alle späteren "Reglements und Edikte" aufgebaut. Unterm 21.August 1803 erschien dann abermals eine aus nicht weniger als 105 Paragraphen bestehende "Feuerordnung für die Stadt Neustadt-Eberswalde". Ein größeres Spritzenhaus wurde 1826 am Nottor (jetzt Richterplatz) erbaut. In den 30er und 40er Jahren des 19.Jahrhunderts setzten wiederholt große Brände die Bürgerschaft in Angst und Schrecken, zumal man allgemein von dauernden Brandstiftungen sprach. Das Feuerlöschwesen wurde demgemäß erneut einer gründlichen Revision unterzogen und neue Bestimmungen herausgegeben. Diese sind niedergelegt in der:

"Feuer-Polizei und Lösch-Ordnung"

Für die Stadt Neustadt-Eberswalde.

Vom 12.März 1833

In der ältesten Zeit sind Feuerschäden sehr häufig gewesen. Abgesehen davon, dass im Jahre 1499 die Stadt Eberswalde bis auf Rathaus und Kirche durch einen Brand ganz vernichtet wurde, haben auch in den folgenden Jahrhunderten Brandschäden sehr viel von sich reden gemacht. Die Brandchronik beginnt mit dem großen Mühlenbrande im Jahre 1806, der gewaltig im Mühlenviertel aufräumte. 1822 vernichtete das wütende Element 34 Scheunen beim alten Schützenkrug (Eisenbahnstraße), während schon 1739 fast sämtliche Scheunen vor dem Obertor (Breite Straße),abgebrannt waren. Ein Theaterbrand 1842 ließ die Eberswalder noch lange mit Schrecken davon erzählen. Vom Juni 1854 bis 1855 fanden in der Stadt 19 Brände statt, die sämtlich von dem Fleischergesellen Lange und dem Pantoffelmacher Hobelwesky gelegt wurden. 1855 vernichtete ein Brand die Gertrudskapelle vor dem Obertor, Salzmagazin und Badeanstalt brannten ebenfalls ab. Am 24.Oktober 1866 legte ein Großfeuer die Knochenmehl- und Düngemittelfabrik der Gebrüder Schickler auf dem Zainhammer in Schutt und Asche, wobei auch ein Arbeiter den Flammentod fand. Im Britzer Stadtwaldrevier vernichtete ein Waldbrand 1868 ca. 800 Morgen Wald. Der Bürgerverein richtete von sich aus eine Feuerschutzwache ein, die sich 1866 bei dem Großbrand der Zainhammer Knochenmehlfabrik vorzüglich bewährte. 1867 wurde vom Ratsherr Nöbel dem Magistrat der Vorschlag unterbreitet, ein besoldetes Feuerwehr-Corps aufzustellen. Anfang 1875 wurden bindende Beschlüsse gefaßt und bald darauf, am 1. Februar 1875, erfolgte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Eberswalde.


Quelle: - Festschrift 125 Jahre FFw Eberswalde



Die Berufsfeuerwehr der Stadt Eberswalde im Wandel der Zeit

Nach dem Krieg wurde die Freiwillige Feuerwehr aufgelöst und in Eberswalde eine Berufsfeuerwehr gegründet; viele ehemalige Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr gingen 1945 zur Berufsfeuerwehr. Dank der Instandsetzung eines zweiten Alarmfahrzeuges war die Berufsfeuerwehr in der Lage, den Feuerschutz für die Stadt und für einen Umkreis von 30-40 Kilometern zu übernehmen. Nach Beschaffung von Reifen und Schläuchen wurde dann ein Krankenwagen in Dienst gestellt und das Krankentransport-, Sanitäts- und Unfallwesen der Eberswalder Berufsfeuerwehr zugeordnet. Von 1945 bis 1949 war die Berufsfeuerwehr der Stadt Eberswalde angegliedert. Der Präsident der Deutschen Verwaltung des Innern hat am 17.01.1949 das vorläufige Statut für die Feuerwehr der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands bestätigt. Durch dieses Statut wurde die jetzt noch kommunal gebundenen Feuerwehren als Volkseigentum in die Verwaltung des Landes übernommen. Von 1949 bis zur Wende 1990 war die Berufsfeuerwehr als Kommando Feuerwehr der Kreispolizeibehörde Eberswalde unterstellt. Durch Übernahmevereinbarung vom 24. Oktober 1990 ging die Feuerwehr in die Diensthoheit der Stadtverwaltung Eberswalde-Finow über. Von 1990 bis 1999 gab es in Eberswalde eine Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften. Durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 04. November 1999 wurde die Errichtung der Berufsfeuerwehr Eberswalde ab 01. Januar 2000 durchgesetzt.

Am 03. März 2000 wurde der Leiter der Berufsfeuerwehr Eberswalde als nunmehr 99.Mitglied in die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen.

Autor: W.Estel, BF Eberswalde